England-Reise Frühjahr 2011 [34]   Leave a comment

Und dann heißt es „Leinen los!“ und voraus, 7 Meilen und 17 Schleusen entfernt, liegt Stratford-upon-Avon. Nicht dass wir heute [Samstag, 14. Mai 2011] noch dahin wollten. Das – mit ca. 6 Stunden Fahrzeit – wäre ja nicht zu schaffen. Man darf übrigens auf den Kanälen nur von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang fahren. Wir wollten ja auch lediglich [s. weiter unten] bis Wilmcote.

Hier ist übrigens die Stelle, wo der einweisende Mechaniker nach der Probefahrt von Bord geht, und wo unsere Bootstour im eigentlichen Sinne ihren Anfang nahm:

Aquädukt

Der Aquädukt über die A 3400

Links im Bild der „Schleusenmechnismus zum Üben“. Auch das gehört zu einer vollständigen Einweisung für Neulinge.

Und voraus liegt der Aquädukt: nicht anderes als ein „Blechtrog“ [aus Gusseisen] über die Straße. Der Treidelpfad [den gibt es entlang eines jeden Kanals, jeweils auf einer Seite] führt rechts neben dem Trog auf der Höhe der Kanalsohle über die Straße. Die Aquädukte sind übrigens immer sehr eng. Links und rechts neben dem Boot bleibt kaum mehr als eine handbreit Platz. Und das macht das Boot ausgesprochen langsam, da alles Wasser, dass es verdrängt, neben und unter dem Boot her nach hinten fließen muss. Und das dauert! So hat man wirklich das Gefühl, durch einen zähen Kleber zu fahren.

Und hier begann dann auch sozusagen unser „Kanalabenteuer“:

Nachdem wir also unsere Einweisung bekommen hatten, ging es noch am Samstagnachmittag um 16:40 los. Wir hatten das so geplant, und dewegen wollten wir ja auch frühzeitig zur Bootsübernahme da sein, damit wir noch wenigstens bis Wilmcote kommen würden [3 Meilen und eine Schleuse, also etwa 1 Stunde und 15 Minuten] und so schon etwas Zeit gutmachen würden, damit wir am nächsten Tag nicht zu spät in Stratford-on-Avon sein würden. Bei der Abfahrt und später auf dem Kanal hatten wir übrigens leichte Regenschauer. Beim Beladen des Bootes war das Wetter „durchwachsen“. Sonnenschein, leichte Schauer und Hagel im Wechsel. Aber das ist eben „Sommer in England“. Und für uns, nach der Hitze und Trockenheit in Texas, war es eine willkommene Abwechslung.

Faustregel zur Berechnung der Fahrzeiten:

Man addiert die Meilen und die Anzahl der Schleusen und dividiert das Ergenis durch 3 und erhält die grobe Fahrzeit, denn einerseits fährt man ja 3 Meilen pro Stunde und andererseits dauert ein Schleusenvorgang normalerweise etwa 20 Minuten im Durchschnitt. sodass amn also 3 Schleusen pro Stunde schafft. Die wirkliche Zeit, die man zum Schleusen braucht, hängt natürlich von vielen Faktoren ab:

  • Im Hochsommer, wenn viele Boote unterwegs sind, kann es durchaus Wartezeiten geben.
  • Dann kommt es darauf an, ob man direkt einfahren kann, oder ob die Schleusenkammer noch erst geflutet oder gelenzt werden muss.
  • Und, bei mehreren Schleusen hintereinander, kommt es auch auf die Besatzungsstärke des Bootes an. Ideal sind 5 oder mehr Personen an Bord. Dann können immer zwei vorauslaufen/-gehen und die nächste Schleuse schon vorbereiten, während zwei zurückbleiben, um die Schleuse wieder zu schließen, und letztlich ist mindestens eine Person an Bord, um das Boot hinein- und hinauszufahren. Nützlich – aber nicht unbedingt notwendig – ist auch ein Besatzungsmitglied für die Bedienung der Leinen.
  • Günstig ist immer, wenn einem gerade ein Boot entgegengekommen ist: dann ist das Wasser in der Schleuse normalerweise auf dem richtigen Stand und man braucht nur das Tor zu öffnen und einzufahren. Oder, noch besser, das Boot fährt gerade aus und das Tor ist offen. Und andere Besatzungen helfen auch immer.

Mehr zum Bedienen der Schleusen dann bei den entsprechenden Bildern.

P.S.: Wozu übrigens dieser „Galgen“ über dem Kanal dient, weiß ich nicht. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass man damit z.B. die Maschine aus den Booten bekommen kann, wenn es einmal nötig ist. Schließlich ist die Werft von Anglo-Welsh ja direkt nebenan.

Veröffentlicht Dienstag, Juli 26, 2011 von Pit in aqueducts, England, narrowboats, Stratford-on-Avon Canal, Travel, Wootton Wawen Basin

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