England-Reise Frühjahr 2011 [39]   Leave a comment

Und dann liegt unsere erste Schleuse auf dieser Bootstour, Bearley Lock [Schleuse Nummer 39] voraus:

Bearley Lock

Bearley Lock - unsere erste Schleuse auf dieser Bootstour

Ein wenig zur Erläuterung:

Vor den Schleusen wird der Kanal immer etwas breiter – manchmal würde es sogar zum Wenden [dafür gibt es ansonsten immer mal wieder ein sogenanntes „winding hole„] reichen – denn schließlich muss hier ja Platz zum Anlegen sein sowie ausreichend Platz für eventuellen Gegenverkehr. Für’s Anlegen sind am Ufer Poller oder Ringe, und diese Stellen gehören zu den wenigen, an denen man nicht für länger, d.h. über Nacht oder um das Boot zu verlassen, festmachen darf.

Das Anlegen hat übrigens nicht immer in der von mir gewünschten – ich gebe zu, möglicherweise etwas zu perfekten – Weise geklappt. Normalerweise ist mein Ziel, das Boot ohne Leinenhilfe exakt parallel zum Ufer aufzustoppen, sodass man mit einem kleinen Schritt vom Boot ans Ufer gehen kann. Wie gesagt: es hat nicht immer – oder genauer gesagt, nur selten – so geklappt. Na ja, das sogenannte „Eindampfen in die Spring“ wäre auch eine akzeptable Lösung gewesen. Aber ich war – warum weiß ich nicht – zu zurückhaltend, das Mary mal zu erklären und mit ihr zu üben. Eigentlich blöd, aber was soll’s. Und auch das exakte Anlegen nur mit Maschinenhilfe hätte ich ruhig einmaöl üben sollen, sogar mehrmals. Schließlich hätte ich mir dabei ja nichts vergeben, denn es war ja doch schon wirklich lange [wenn ich mich recht erinnere, habe ich ein Boot zum letzten Mal 2003 hier an der Golfküste in Corpus Chrisit Bay manövriert, und das, als ein Segelboot, war doch etwas ganz anderes, was die Manävriereigenschaften betrifft] her, dass ich ein Boot gefahren habe. Und dazu kam, dass so ein Narrowboat nicht ganz einfach zu manövrieren ist. Vorne hat es relativ wenig Tiefgang, aber der Kabinenaufbau bietet dem Wind durchaus eine gute Angriffsfläche und lässt daher den Bug sehr schnell abtreiben, und hinten, mit dem größeren Tiefgang, „schubbert“ es leicht einmal auf dem Kanalboden. Außerdem kommt beim Aufstoppen nahe dem Ufer immer ein guter Schwall Schraubenwasser zwischen Schiff und Ufer und drückte so das Heck wieder vom Ufer weg. Na ja, das Ganze hört sich jetzt schlimmer an als es wirklich war, so, als ob ich das Boot nicht im Griff gehabt hätte. So war’s nun doch nicht. Ich hätte nur gerne manchmal das Heck näher ans Ufer gebracht, und häufiger auch gerne das Boot ohne Leinenhilfe – obwohl das ganz legitim ist – aufgestoppt.

Rechts sieht man den Überlauf. Es strömt ja immer etwas Wasser den Kanal hinab, sei es vom Schleusen [das Wasser wird ja von oben aus dem Kanal in die Schleuse gelassen und fließt nach unten wieder ab], sei es durch „seepage„, denn keines der Schleusentore ist absolut dicht [s. später]. Aber der Überschuss an Wasser läuft dann eben seitlich an der Schleuse vorbei. Wieviel überschüssiges Wasser im Kanal ist, sieht man übrigens sehr gut daran, ob beim Füllen der Schleuse der Überlauf stoppt oder ob trotzdem noch Wasser neben der Schleuse her abfließen muss.

Voraus dann da obere Schleusentor mit dem Balken zum Öffnen bzw. Schließen auf der linken Seite, und den Mechanismen für die „paddles“ – das sind die Gatter, die den Zu- bzw. Ablauf des Wassers regeln, auf der rechten Seite am Ufer und auf der Schleuse selber. Aber das wird auf späteren Bildern besser zu sehen sein.

Die Hubhöhe dieser Schleuse beträgt übrigens 5 Fuß und 10 Zoll. Das sind umgerechnet 1,78 Meter.

Hier übrigens ein dreiminütiges YouTube Video zum Bearley Lock. Es zeigt – teils im Zeitraffer – das Hochschleusen.

Veröffentlicht Montag, August 1, 2011 von Pit in England, locks, narrowboats, Stratford-on-Avon Canal

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