England-Reise Frühjahr 2011 [108]   2 comments

British engineering at its best„, so meinte unser „rettender Engel“ zu seinen Improvisationskünsten:

mechanic

"British Engineering at Its Best"

Ganz schön schmutzig, das Ganze! Der Motorraum  war wirklich voller Ruß, wie man hier sieht: eine echte Sauerei, auch später, beim Warten der Maschine. Wir hatten noch tagelang danach Rußpartikel in der Kajüte, und vor allem auf dem Bett, denn das war ja direkt am Niedergang aus dem Cockpit ins Innere des Bootes.

Zur Reparatur: nachdem der Mechaniker die Isolierung vom Auspufftopf abgewickelt hatte, kam erst das ganze Ausmaß des Schadens zutage. Es war nicht, wie er angenommen hatte, nur eine kleine Roststelle, die da „durchgepfiffen“ hatte, sondern es waren ein großes und mehrere kleine Löcher, für die sein mitgebrachtes Material – er hatte eine Auspuffdichtungspaste dabei – nicht ausreichte. Und nun war guter Rat teuer. Aber man sollte „british ingenuity“ und „british engineering“ nicht unterschätzen. Er fragte, ob wir zufällig eine leere Konservendose hätten, so von „baked beans“ oder so. Damit konnten wir zwar nicht dienen, wohl aber mit einer leeren Büchsenmilchdose. Die hat er dann genommen, den Boden und Deckel herausgeschnitten und anschließend die Dose quer aufgeschnitten. Danach konnte er sie – und sie passte, wie dafür gemacht – um den Auspuff wickeln, da, wo das große Loch war. Dann konnte er Alles mit seiner Auspuffdichtungspaste abdichten und die Isolierung wieder drum wickeln. Diese dann zu befestigen erforderte noch einmal einige „Kunstgriffe“ mit den Schlauchklemmen, aber auch das war kein eigentliches Problem: unser Auspuff war wieder dicht. Er wies uns natürlich darauf hin, dass dies nur eine temporäre Maßnahme sei, aber er hoffte, dass es für den Rest der Reise halten würde. Was es auch getan hat.

Anmerkung dazu: da das Boot nach unserer Rückkehr sofort wieder vermietet war [wir haben es an dem Sonntag, nachdem wir es samstags in Wootton Wawen wieder abgegeben hatten, schon wieder in Stratford-upon-Avon gesehen], bin ich mir ziemlich sicher, dass der Auspuff zwischenzeitlich nicht ausgetauscht worden war, sondern dass man das bestenfalls am Ende der Saison getan hat.

Unser freundlicher Mechaniker hat dann auch noch die Schmierung der Stopfbuchse wieder sichergestellt und noch zwei Lampen in der Kajüte, die kaum noch Licht brachten bzw. ein etwas seltsames Geräusch von sich gaben, ausgetauscht und sich dann, gegen 16:00 Uhr, wieder verabschiedet. Ein Trinkgeld hat er übrigens strikt abgelehnt: solche Reparaturen, wo auch immer, seien nun einmal sein Job.

Wir waren natürlich sehr froh, dass es ihm gelungen war, den Auspuff abzudichten, und dass es so schnell gegangen war, denn so konnten wir uns noch am Nachmittag nach aufmachen und nach Tewkesbury hineingehen, um den Ort und die Abtei zu besichtigen und etwas zu Abend zu essen.

Veröffentlicht Mittwoch, September 28, 2011 von Pit in Cities & Towns, England, narrowboats, River Avon, Tewkesbury, Travel

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2 Antworten zu “England-Reise Frühjahr 2011 [108]

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  1. schöne story : )

    grüsse Brian

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  2. Hallo Brian,
    freut mich, dass Dir diese Story von unserem Mechaniker gefällt.
    Liebe Grüße,
    Pit

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