England-Reise Frühjahr 2011 [216]   Leave a comment

Unsere Karte für den heutigen Tag sah so aus:

map

Wolverley bis Stourbridge Lock 3

Karte mit freundlicher Genehmigung von EurEauweb.

Unser Plan: Wir wollten auf dem Staffordshire-and-Worcestershire Canal von Wolverley über Cookley und Kinver nach Stourton, und dann von Stourton Junction aus auf dem Stourbridge Canal so weit aufwärts Richtung Birmingham wie möglich [Maximalziel waren die Delph Locks], mit einer Pause bei den Redhouse Glass Works. Die wollten wir zum Einen besichtigen, und zum Anderen sollte Caryl mit ihren Kindern da von Bord gehen. Sie hatte mit einer Freundin vereinbart, dass sie da abgeholt und zu ihren eigenen Auto, das ja in Wolverley geparkt war, zurückgebracht werden würden.

Für den ersten Teil, auf dem Staffordshire-and-Worcestershire Canal nach Stourton Junction sagt unser Wasserreiseführer:

Beyond here [Wolverley Lock] the course of the canal becomes really tortuous and narrow as it proceeds up the enclosed and thickly wooded valley, forced into endless diversions by the steep cliffs of friable red sandstone. Vegetation of all kinds clings to these cliffs, giving the impression of jungle foliage. At one point the navigation opens out, becoming momentarily like a normal canal; but soo the rocks and trees encroach again, returning the waterway to its previous constricted width. An impressive promontory of rock compels the canal to double back on itself in a great horseshoe sweep that takes it round to the pretty Debdale Lock. […] Between bridges 26 and 27 the canal passes from Worcestershire into Staffordshire, but the surroundings of this remarkable waterway do not change: it continues through secluded woodlands, the rocky hillside o the east bank steepening as the valley narrows again.

[…]

This stretch of the canal [ab Whittington Lock] begins with yet another delightful scene – on both sides of the canal are cottages, pretty gardens, moored boats and a low bridge. Tall, steep hills rising to over 250ft appear on the east bank. The canal leaves this damp, mossy area and bends round to Kinver Lock. […] Beyond the particularly pretty Hyde Lock, the canal wanders along the edge of woods on the east side of the valley, where in one place the sandstone, eroded away, is supported by brick pillars – it then passes through the charmingly diminutive (25yds long) Dunsley Tunnel, a rough-hewn bore carved out of the rock, with overhanging foliage at each end. The next lock is at Stewponey, accompanied by a toll house. The Stourbridge Canal leaves at Stourton Junctkion, north of the wharf: the first of the many locks that carry this canal up towards Dudley and the Birmingham Canal Navigations is just a few yards away.“

[Waterways Guide, Vol. 2: Severn, Avon & Birmingham (Cheltenham, 2009), S. 112 u. 114]

Der Stourbridge Canal [sowie die in gewissem Sinne unabdingbar dazugehörenden Dudley Canals] waren alle ein Teil des grandiosen Plans, über den Staffordshire-and-Worcestershire canal die Kohlebergwerke von Dudley mit den Glassfabriken in Stourbridge sowie mit der Severn Wasserstraße zu verbinden. Das diesbezügliche Gesetz wurde im Jahr 1776 an ein und demselben Tag verabschiedet. Der Kanal erwies sich schnell als (sehr) profitabel, und um die Einkünfte noch weiter zu steigern, sollte mit Hilfe des Dudley Tunnels [diese Route wurde 1792 eröffnet] eine Verbindung zum Kanalnetz von Birmingham hergestellt werden. Die Einnahmen stiegen ständig, und auch die Eröffnung des  Worcester-and-Birmingham Canals im Jahre 1815 tat dem keinen Abbruch. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts ließ die Konkurrenz der Eisenbahnen die Einnahmen zurückgehen, aber der Stourbridge Canal blieb profitabel und behielt seine Unabhängigkeit bis zur Nationalisierung im Jahre 1948. Der Kanal verfiel danach schnell, und war ab 1950 nicht mehr zu benutzen. Im Jahre 1964 begann dann die Restaurierung durch die Staffordshire & Worcestershire Canal Society und heutzutage sind diese Kanäle wieder eine nützliche Route zwischen dem Severn und dem Kanalsysten von Birmingham.

Wir hätten zwar auch dem Staffordshire & Worcestershire Canal weiter nach Norden folgen und von das aus in Kanalnetz von Birmingham gelangen können, aber ich wollte gerne einen der längsten Tunnel im englischen Kanalsystem, den Netherton Tunnel [9081 Fuß = 2768 Meter] „mitnehmen“ und natürlich auch wie schon gesagt – die Redhouse Glass Works besichtigen. Also sind wir eben bei Stourton Junction in den Stourbridge Canal abgebogen. In der zweiten Schleuse direkt nach Einfahrt in den Stourbridge Canal ereilte uns dann das Schicksal, und bei der Ausfahrt saßen wir „op Schiet“, wie man so sagt. Natürlich ist Grundberührung NIE Schuld des Skippers,😉 aber diesmal bin ich mir wirklich keiner Schuld bewusst. Ich kann den Verdacht einfach nicht loswerden, dass irgendetwas mit der Schleuse nicht in Ordnung war. Sobald wir das obere Schleusentor geöffnet hatten, lief das Wasser in der Schleuse und im Pool oberhalb rapide ab. Es sank um schätzungsweise einen Fuß oder mehr, und das war nicht mehr genug, und wir saßen auf. Und das natürlich auch genau in der Ausfahrt der Schleuse, sodass wir das obere Tor auch nicht mehr schließen konnten. Ich habe mehr als einmal überprüft, ob ich auch das untere Tor bzw. die Gatter wirklich richtig geschlossen hatte, konnte aber beim besten Willen keinen Fehler meinerseits finden. Aber auch nicht, woran es nun lag. Wir haben dann versucht, denn Pool wieder zu füllen, indem wir die nächste Schleuse haben voll- und dann leerlaufen lassen, aber das hat nicht geholfen. Eine Schleusenfüllung war einfach nicht genug, um den Wasserstand in unserem Pool soweit anzuheben, dass wir wieder flott waren. Und ehe die obere Schleuse erneut voll- und wieder leergelaufen war, war das bisschen Wasserüberschuss aus unserem Pool auch schon wieder ganz abgelaufen. Ein Anwohner, der von seinem Garten am Kanalufer aus unsere missliche Situation sah und das Problem wohl schon kannte, gab uns dann den Rat, bei der oberen Schleuse die oberen und unteren Gatter gleichzeitig zu öffnen, sodass das Wasser einfach durchlaufen konnte. Und das half, wenn es den Wasserstand in unserem Pool auch nicht besonders erhöhte, aber es reichte gerade mal so eben, um mit Vollast der Maschine und ständigem „Schubbern“ über die Steine ganz langsam in den tieferen Teil des Pools und dann in die nächste Schleusenkammer zu kommen. Es tat mir in der Seele weh, die Schraube auf Steine schlagen zu hören, und außerdem konnte man riechen, dass die Maschine anfing, sich zu überhitzen. Aber wir haben es geschafft, auch wenn uns das Ganze (fast) eine Stunde Verzögerung gekostet hat. Aber besser als festsitzen und um Hilfe telefonieren zu müssen. Und die Nachwirkungen unseres Wasserverbrauchs konntenwir dann bei der Weiterfahrt sehen: der Wasserstand im Kanal oberhalb war deutlich niedriger als normal. Ein seltsames Gefühl mit dem Vortrieb blieb aber bestehen und bei unserer Pause bei den Red Cone Glassworks habe ich dann den Schiffspropeller gecheckt und jede Menge Unrat [Schilf und Plastik] aus der Schiffsschraube entfernt.

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