England-Reise Frühjahr 2011 [297]

Um 15:50 waren wir dann am Fleur de Lis, unserem (eigenlichen) Tagesziel …

Fleur de Lis
Fleur de Lis

… sind aber vorbeigefahren. Und da kam so:

Schon bevor wir diesen Pub erreichten, waren die Ufer des Kanals reichlich „belegt“. Hier lagen jede menge Privatboote, und für eine lange Strecke war ein Anlegen nicht gestattet. Das Fleur de Lis hatte zwar laut Wasserreiseführer eigene Mooring(s) für Gäste, und es stand auch, als wir vorbeikamen, ein Schild da, Pubgäste dürften nach Anmeldung hier mit dem Boot liegen, aber einerseits lagen gegenüber so viele Privatboote, dass es die Durchfahrt sehr verengt hätte, wenn wir auf der Pubseite des Ufers angelegt hätten, und andererseits war es keine schöne Spundwand oder Kaimauer zum Anlegen, sondern einfach die Kanalböschung des Pubgartens. Da hätte ich schon einen ziemlich weiten Schritt machen oder sogar springen müssen, um an Land zu kommen. Nachher hätten wir dann zwar die dicke Bohle, die für eine solche Gelegenheit an Bord war, als Gangplanke nutzen können, aber das erste Anlandkommen wäre schwierig geworden. Und dazu kam, dass auch keine gute Festmachemöglichkeit vorhanden war, kein Poller, und nur ein Ring. Da hätte ich natürlich auch unsere Mooringpflöcke nehmen und in den Rasen hauen können, aber unter all diesen Umständen habe ich mich entschlossen, weiterzufahren, zumal gleich unterhalb der nächsten Schleuse, nur etwa knapp 100 Meter weiter, im Kanalführer ein Liegeplatz ausgewiesen war. Also sind wir durch die Schleuse, nur um feststellen zu müssen, dass dieser „Liegeplatz“ nur für Kurzlieger und nicht für Übernachtgäste gedacht war, da es sich um eine offizielle Wasser- und Müllabladestelle von BW [British Waterways] handelte. Zum Wasserbunkern haben wir da dann auch angelegt, und auch um unserer Müll vorschriftsmäßig zu entsorgen, aber danach blieb uns nichts Anderes übrig, als wieder weiterzufahren und feststellen zu müssen, dass auf dem folgenden Stück Treidelpfad, wo ich nun wirklich auf einen Liegeplatz gehofft hatte, alles für Dauerlieger mit Erlaubnisschein reserviert war. Also ging es noch weiter und durch die nächste Schleuse, wo wir dann endlich ein paar Meter weiter einen Liegeplatz am Kanalufer fanden – nicht ideal, denn direkt hinter der Spundwand wuchsen hohes Gras und Schilf, das wir erst einmal niedertrampeln mussten, um Platz für unsere Mooringpflöcke und -haken zu bekommen, aber es ging. Wir waren ja mittlerweile schon ganz anspruchslos geworden und wollten nur noch irgendwo am Kanalufer in nicht zu weiter Entfernung vom Fleur de Lis einen Liegeplatz ergattern. Und so waren wir dann, nach insgesamt gut 5 Meilen und 31 Schleusen, um 16:49 Uhr am Kanalufer fest.

Das Ganze hört sich natürlich schlimmer an, als es in Wirklichkeit war, denn wir hatten noch nicht einmal einen Kilometer zum Fleur de Lis zurückzuwandern.

England-Reise Frühjahr 2011 [275]

Ein paar Meilen weiter erreichen wir dann Shirley Drawbridge, eine Zugbrücke, die etwas an holländische Kanäle erinnert:

Shirley Drawbridge
Shirley Drawbridge

Diese – elektrisch betriebene – Zugbrücke wird von den Bootstouristen selbst bedient. Man braucht dazu den auf jedem Boot vorhandenen Schlüssel von BW [British Waterways]. Hat man damit den Mechanismus entsperrt, genügt ein Knopfdruck: die Ampel an der Straße springt auf Rot, der Verkehr hält an, die Schranke senkt sich, die Brücke hebt sich, man fährt durch und … sollte natürlich nicht vergessen, mit einem weiteren Knopfdruck die Brücke auchwieder zu schließen. Die wartenden Autofahrer werden es danken.  😉

England-Reise Frühjahr 2011 [269]

Nach einem ausgiebigen und leckeren Frühstück [Vielkorn-Toast und Johannisbeermarmelade für Mary und Kaffee, Vollkornbrot und Käse für mich] haben wir dann noch schnell die guten Wasch- und sonstigen Gelegenheiten genutzt, die an unserem Liegeplatz von British Waterways angeboten wurden. Wo auch immer es diese hatte: das ist ein prima Service für Bootstouristen auf englischen Kanälen – sauber und kostenfrei. Und dann, um 09:15 Uhr, ging’s wieder los, zunächst Richtung Bournville mit Cadbury’s World, wo wir gegen 10:25 ankamen:

canal
Am Kanalufer in Bourneville „geparkt“

Von hier aus haben wir uns dann zu Fuß auf den Weg zu Cadbury’s World gemacht. Da wir keine Karte hatten und nur die ungefähre Richtung wussten, sind wir wohl einen kleinen Umweg gelaufen. Aber gefunden haben wir’s doch! Obwohl wir wohl einige der Wegweiser verpasst haben müssen.

England-Reise Frühjahr 2011 [252]

Diese Ausschnittkarte hier [wie immer mit freundlicher Genehmigung von EurEauWeb] zeigt dann, dass wir so wirklich ziemlich mitten im Zentrum von Birmingham waren:

map
Kanalsystem im Zentrum Birminghams

Gas Street Basin ist ngefähr in der Mitte der Karte, unterhalb des Textes „West Midlands“. Ein weiterer, offiziell empfohlener Liegeplatz wäre etwas weiter nördlich gewesen, Cambrian Wharf [etwa da, wo das große „A“ auf das Büro von British Waterways hinweist]. Diese Karte zeigt dann ganz deutlich, dass es für uns wohl wirklich eine gute Entscheidung war, nicht irgendwo in Tipton, sondern hier zu übernachten, wo wir alle möglichen Einkaufs-, Essens- und Unterhaltungsmöglichkeiten nur ein paar Schritte vom Boot entfernt hatten. Und auch für den nächsten Tag sollte es sich als eine gute Entscheidung erweisen, da wir nur etwa einen guten Kilometer von New Street Station entfernt waren, wo Züge nach Tipton Station [da würden wir für das Black Country Museum aussteigen müssen] im Halbstundentakt abfuhren. Und ein paar Meter südlich, gleich um die Ecke des Kanals, hatte es Waschgelegenheiten, Duschen und Toiletten von British Waterways – auch ein nicht zu verachtender Komfort.

England-Reise Frühjahr 2011 [238]

Zuvor haben wir aber noch die Gelegenheit genutzt, am Blower’s Green Pumphouse Wasser zu bunkern und unseren Abfall loszuwerden:

Blower's Green Pumphouse
Wasser bunkern am Blower’s Green Pumphouse

British Waterways, die Organisation, die sich um den Erhalt und Weiterausbau des Kanalnetzes kümmert, unterhält entlang der Kanäle auch sehr viele Servicestationen. Blower’s Green Pumphouse ist eine davon, an der alle benötigten Einrichtungen zur Verfügung stehen: Trinkwasser, Duschen, Toiletten, Abfallcontainer sowie Entsorgungsmöglichkeiten für chemische Toiletten. Dieser Service kann sich wirklich sehen lassen. Und das Beste daran: er ist völlig kostenlos.